Festplatte klonen: Wann ist das sinnvoll und wie geht’s?

LaCie FestplattenSoll der Computer mit einer schnellen und starken SSD aufgerüstet werden, ist häufig vom „Festplatten klonen“ die Rede. Doch worum handelt es sich dabei? Ist das Festplatte klonen ohne Weiteres möglich und kann tatsächlich die gesamte Festplatte mit allen Daten und Programmen geklont werden? Wie geht’s genau und was sollte man dabei beachten? Wir klären auf:

Was versteht man unter Festplatte „klonen“?

Festplatte klonen: Wann ist das sinnvoll und wie geht’s?Unter dem Begriff „Festplatte klonen“ versteht man im Grunde eine 1:1-Kopie des gesamten Inhalts einer Festplatte. Im Falle einer Festplatte, auf der jedoch nicht nur Daten gespeichert sind, sondern auch das gesamte Betriebssystem und verschiedene Programme hinterlegt sind, funktioniert dieses Klonen nicht mit einer einfachen Kopie. Alle notwendigen Bestandteile, Informationen und Daten müssen von einer Festplatte auf eine andere übertragen werden.

Von Hand ist das kaum zu leisten, deshalb können verschiedene Programme zum Einsatz kommen, die jedoch zum Teil Mängel aufweisen und das Klonen nicht astrein vollziehen. Im Folgenden findet man jedoch eine Empfehlung für ein besonders wirkungsvolles Programm, mit dem das Festplatte Klonen unter Berücksichtigung verschiedener Aspekte mühelos funktioniert.

Die Vorteile vom Festplatte Klonen

Der entscheidende Vorteil vom Festplatte klonen, sofern man richtig ans Werk geht, besteht in erster Linie in einer erheblichen Zeitersparnis. Statt eines De- und Neuinstallierens eines gesamten Systems und aller Programme von einer Festplatte zu einer anderen, werden diese Elemente beim Festplatte klonen einfach allesamt übertragen. Gegebenenfalls können sogar gespeicherte Daten, wie etwa Texte, Fotos, etc. beim Klonen mitübertragen werden. Da das Festplatte Klonen jedoch meist zur Beschleunigung eines Systems von einer alten Festplatte auf eine moderne SSD vorgenommen wird, empfiehlt es sich, nur die Partitionen zu klonen, auf denen Betriebssystem und wichtige Programme gespeichert sind. Diese werden dann von der SSD deutlich schneller als zuvor gebootet, während die alte Festplatte weiterhin als reiner Datenspeicher für Fotos, Musik und Co. genutzt werden kann.

Wann kommt das Klonen einer Festplatte infrage?

Grundsätzlich kommen zwei Möglichkeiten zum Festplatte Klonen infrage:

  1. Kopieren aller Daten einer externen Festplatte: Auch externe Festplatten werden einmal zu klein – oder ihnen droht der Defekt. Damit alle Daten erhalten bleiben und schnell auf eine neue/größere Festplatte übertragen werden können, empfiehlt sich ein Klonen. Im Grunde spricht man hier vom Festplatte Klonen von einer einfachen Kopie aller gespeicherten Daten von einer zur anderen Platte.
  2. Aufrüsten des Computers mit einer SSD: Der Computer soll mit einer schnellen, leistungsfähigen SSD aufgerüstet werden, von der aus dann zum Beispiel das System und verschiedene (oder alle) Programme gebootet werden sollen. Hier wird nicht zwangsläufig die gesamte alte Festplatte geklont, da SSD zwar leistungsstärker sind, allerdings auch meist ein geringeres Speichervolumen aufweisen als die alten Festplatten.

Die Vorbereitungen zum Festplatte klonen

Damit die Festplatte – oder einzelne Partitionen – geklont werden können, müssen zunächst die Partitionen, die geklont werden sollen, freigegeben werden. In der Regel ist das beispielsweise die Partition, auf der das Betriebssystem hinterlegt ist. Soll die gesamte Festplatte geklont werden, müssen alle Partitionen freigegeben werden. Da zum Klonen immer entsprechende Programme zum Einsatz kommen müssen, muss der gesamte Rechner über dieses Programm (eingelegte CD/DVD) gestartet werden, ehe das Klonen sicher erfolgen kann. Zudem bieten einige Programme die Möglichkeit, die Partition nicht nur freizugeben, sondern sie auch noch als „schreibbar“ zu kennzeichnen, ehe das Klonen erfolgen kann.

Tipp! Das Festplatte Klonen funktioniert unter Windows XP nicht, wenn die Inhalte auf eine SSD übertragen werden sollen, da XP wichtige Kommandos, die die SSD ansprechen, nicht kennt.

Das gilt es zu beachten

SSDs, zumindest die, die preislich für jedermann erschwinglich sind, sind in der Regel deutlich kleiner als die davor genutzten Festplatten, gleichzeitig liefern sie jedoch deutlich bessere Raten hinsichtlich der Zugriffszeit und der Datenübertragung. Durch das geringere Volumen ergibt sich jedoch das Problem, dass das Klonen einer gesamten Festplatte häufig nicht einfach möglich ist. Da keine 500 GB Daten/Programme/System auf eine 240 GB (oder eine noch kleinere) SSD gepackt werden können. Es empfiehlt sich also, beispielsweise nur die Partition(en) zu klonen, die Betriebssystem und wichtige Software enthalten – oder vorher nicht benötigte Daten und Programme von der entsprechenden Partition zu löschen oder sie manuell auf eine andere Festplatte zu übertragen. Partitionen selbst können von einigen Programmen zwar verkleinert werden, dennoch dürfen sich auf dieser Partition natürlich nur so viele Daten befinden, wie sie auch auf die SSD passen.

So funktioniert das Festplatte Klonen + Empfehlung

Zu den verschiedenen Programmen, mit denen man eine Festplatte klonen kann, zählen etwa Clonezilla oder auch Acronis True Image HD. Der Vorteil des letztgenannten Programms liegt in einem großen Funktionsumfang, so können etwa auch alle Daten von einer größeren Festplatte auf eine kleinere Platte geklont werden – zumindest in einem bestimmten Rahmen. Die Software von Acronis ist dazu in der Lage, Partitionen zu verkleinern, ehe sie geklont werden. Dennoch muss gewährleistet sein, dass die Daten auch nach der Verkleinerung noch auf die neue Festplatte (SSD) passen. Bestenfalls sollten also vorher nicht mehr benötigte Programme und Daten von der jeweiligen Partition gelöscht – und gegebenenfalls auf einer anderen Festplatte neuinstalliert/auf dieses kopiert werden.

Und so funktioniert das Klonen der Festplatte mit Acronis True Image HD:

  1. System von der Programm-CD aus booten
  2. Im Programm den Menüpunkt „klonen“ auswählen
  3. Quelllaufwerk bestimmen (alte Festplatte)
  4. Ziellaufwerk bestimmen (neue Festplatte, SSD)
  5. Eine Verkleinerung der Partition(en) wird automatisch vorgenommen, werden die Partitionen manuell ausgewählt, können sie auch manuell in der End-Größe angepasst werden.

Neben diesem einfachen und recht sicheren Klonvorgang bietet die Acronis Software jedoch auch einen entscheidenden Nachteil: Im Gegensatz zu anderen Programmen (die jedoch weniger zuverlässig arbeiten) können hier keine einzelnen Partitionen ausgewählt werden, die geklont werden sollen. Die Software klont alle Partitionen, die auf der Festplatte enthalten sind. Möchte man einzelne Programme und/oder Daten nicht klonen, müssen sie zuvor von der jeweiligen Partition gelöscht und gegebenenfalls auf einer anderen Festplatte neu installiert werden.

Sollen bestimmte Daten und Programme nach dem Klonen wieder auf der alten Festplatte genutzt und gespeichert werden, müssen sie vor dem Klonen von der alten Festplatte entfernt werden, da sie sonst mitkopiert werden. Es empfiehlt sie, etwa auf einer externen Festplatte zwischenzuspeichern, bzw. die Programme zu löschen. Nach dem Klonen können die Daten dann ggf. wieder von der externen auf die interne Festplatte übertragen und Programme (vorher überprüfen, ob die Installations-CD noch vorhanden ist!) neuinstalliert werden.
Die Acronis Software kann 30 Tage lang kostenlos getestet werden (Download-Version), die Vollversion kostet knapp 60 €.

Vor- und Nachteile des Klonens einer Festplatte

  • vollständige Datensicherung des Betriebssystems, Programmen und Daten
  • mit vielen Programmen automatisiert möglich
  • hilft nicht immer bei einem Festplattencrash

Hinweis zum Klonen unter Windows 7

Wird Windows 7 installiert, so wird automatisch eine Partition angelegt, die rein für das System reserviert ist, den Bootmanager und evtl. Bitlocker Routinen umfasst, diese Partition ist exakt 100 Mbyte groß. Diese Partition darf unter keinen Umständen vor dem Klonen verkleinert werden – und sollte keinesfalls beim Klonen vergessen werden, da sie zum Booten des Systems essentiell ist. Nutzt man Acronis True Image HD, sollte man also unbedingt darauf achten, diese Partition vor dem Festplatte Klonen nicht zu komprimieren.

Variante Hinweise
 Datensicherung Das Festplatte Klonen ist nicht zwangsläufig ein einfaches Unterfangen, eine vorherige Sicherung aller (wichtigen) Daten ist deshalb unabdingbar auf einer externen Festplatte, um einem möglichen Verlust vorzubeugen.
 Der gute alte Weg Wer beim Upgrade seines Computers mit einer SSD trotz guter Klon-Software auf absolute Nummer Sicher gehen möchte, sollte den altbewährten Weg gehen, Programme, Daten, System und Co. deinstallieren/löschen/auf eine externe Festplatte kopieren, die SSD einbauen, installieren und alle benötigten Programme sowie natürlich das Betriebssystem neuinstallieren.

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