Festplattenpreise im Wandel der Zeit

Toshiba FestplatteWährend die ersten Festplatten für private Anwender nahezu unerschwinglich waren, bekommt man die modernen Versionen manchmal sogar zum Schnäppchenpreis. Allerdings schwanken deren Kosten zuweilen recht stark. Das ist nicht immer nur von der Bauart, sonder zuweilen sogar vom Wetter abhängig.

Fast unerschwinglich: die erste Festplatte

Festplattenpreise im Wandel der ZeitDie erste Festplatte wurde am 13. September 1956 öffentlich vorgestellt. Damals glänzte IBM mit dem Rechnersystem “RAMAC 305″ (Random Access Method of Accounting and Control) zur Echtzeit-Datenverarbeitung. Die für heutige Begriffe sehr große Anlage war mit dem “IBM 350″-Festplattenspeicher ausgestattet. Der hatte eine Kapazität von fünf MByte und enthielt sozusagen das Urgestein aller Festplatten.

Was uns durch Röhrentechnik und viel Mechanik als recht vorsintflutlich anmutet, und einen Platz von zwei Kühlschränken einnahm, war damals ein Wunderwerk der Technik. Natürlich waren dieFestplattenpreise in den sechziger Jahren für kleinere Unternehmen utopisch. Immerhin betrugen allein die Leasing-Gebühren für die “IBM 350″ pro Jahr schon allein 250.000 Dollar nach heutiger Rechnung. Privatpersonen konnten von solcher Technik meist nur träumen.
Schritt für Schritt: Immer etwas mehr Kapazität.

Die IBM 350 speicherte, bei einer beeindruckenden Größe von 24 Zoll, 1956 gerade einmal 5 MB. Danach folgte im Jahr 1961 Bryant mit der Serie 4240. Hier konnte man schon 90 MB ablegen. Allerdings hatte das Speichermedium auch einen Formfaktor von 39 Zoll.

Vier Jahre später knackte IBM die Marke von 100 MB. Dann dauerte es noch einmal 9 weitere Jahre, bis eine Kapazität von 200 MB erreicht wurde. Danach ging es Schlag auf Schlag. Noch im selben Jahr, also 1974, brachte STC ein Laufwerk mit 880 MB auf den Markt. Mit zunehmender Kapazität sanken nicht nur der Formfaktor, sondern auch die Festplattenpreise.

Inzwischen haben die gebräuchlichen Laufwerke eine Größe von 3,5 und 2,5 Zoll und sind eigentlich für jedermann erschwinglich. 1981 erreichte die „IBM 3380″ 1 GB Festplattenspeicher. Es folgten 2007 Hitachi mit mehr als 1 TB, 2009 Western Digital mit 2 TB und 2010 die 3 TB-Festplatte von Seagate. Und so ging es weiter. Bald werden die ersten Festplatten mit einer Speicherkapazität von 60 TB auf den Markt kommen.

HDD und SDD – wo geht der Trend hin?

Bis vor einigen Jahren wurden die Festplatten im Allgemeinen als HDD ausgeführt. Bei diesem System werden die Daten auf die Oberfläche im Platteninneren rotierender Scheiben geschrieben werden. Inzwischen gibt es die SSD, die eine wichtige Abweichung zu einem Hard-Disk-Laufwerk aufweist: Sie besteht im Unterschied zur normalen Festplatte nicht aus vielen kleinen mechanischen Einzelteilen, sondern aus Flashspeicher-Bausteinen. Damit arbeitet sie völlig lautlos und ist viel robuster. Vergleicht man eine SSD mit den üblichen Festplattenpreisen, dann ist die herkömmliche HHD allerdings immer noch voll im Vorteil.

Warum sind die SSD so teuer?

SSD-Festplatten sind leider noch teurer als herkömmliche Festplatten. Wer eine solche Platte mit 300 GB erwerben will, der muss schon ganz schön tief in die Tasche greifen. Die SSD Festplatten Preise für ein 2,5 Zoll Laufwerk liegen aktuell bei stolzen 400 €. Ein Grund für die höheren Kosten soll in der anspruchsvolleren Herstellung und den verwendeten Materialien, vor allem dem hohen Anteil an Silizium liegen. Allerdings sorgte auch ein Engpass, wie Anfang 2013 dafür, dass die SSD-Preisentwicklung nicht deutlich nach unten ging.

Werden die SSD irgendwann einmal billiger?

Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass die SSD-Festplattenpreise in der nächsten Zeit, wenn auch nicht gleich auf HDD-Niveau, so doch langsam und stetig sinken werden. Will man Transcend-Chef Peter Chu glauben, dann erwartet er für 2014 das die SSD-Preisentwicklung in Richtung 20 bis 30 Prozent der Vorjahrespreise geht. Wer sich hier nicht zu schnell zu einem Kauf überreden lässt, der kann sicher eine Menge Geld sparen. Ein Hauptgrund für die Preissenkungen soll bei den verringerten Herstellungskosten liegen. Bei der sogenannten MLC-Technik (Multi Level Cell) hat die moderne SSD insgesamt weniger Module an Bord, was die Festplattenpreise positiv beeinflusst.

Sinken alle Festplattenpreise kontinuierlich?

Während es über die Festplattenpreise in den Jahren vor 1988 kaum Aufzeichnungen gibt, lässt sich diese Entwicklung in der Zeit danach recht anschaulich darstellen.

Betrachtet man die Festplatten-Preisentwicklung, dann ergibt sich folgendes Bild:

Jahr Weltweiter Umsatz(Mio $) Ausgelieferte Gesamtkapazität (Terabytes) Gesamtdurchschnittspreis $ per Megabyte Gesamtdurchschnittspreis $ per Gigabyte
1988 20,424 1,770 1154 11,54
1989 22,660 2,436 930 9,30
1990 25,578 3,727 686 6,86
1991 24,632 4,711 523 5,23
1992 24,550 8,180 300 3,00
1993 21,730 14,856 146 1,46
1994 23,231 32,933 70,5 0,705
1995 26,633 80,677 33,0 0,33
1996 28,819 160,623 17,9 0,179
1997 31,736 338,061 9,4 0,094
1998 30,077 694,340 4,3 0,043
1999 32,400 1,393,435 2,3 0,023

(Quelle: http://www.thic.org)

Was sagt uns so eine Zusammenfassung für die Zukunft?

Man erkennt anhand der Zahlen in der obigen Tabelle, dass die Festplattenpreise im Laufe der Zeit kontinuierlich abnehmen. Das funktioniert jedoch nur bei einer Betrachtung, die sich über Jahre erstreckt. Innerhalb kürzester Zeiträume kann die Festplattenpreisentwicklung jedoch recht schwanken. Die Ursachen dafür sind leider nicht immer auf den ersten Blick erkennbar.

Tipp! So sieht man in dieser Tabelle beispielsweise, dass im Jahr 1992 sich die ausgelieferte Gesamtkapazität gegenüber dem Vorjahr fast verdoppelt hat, der weltweite finanzielle Umsatz jedoch kaum zugenommen hat. Zugleich sind die Festplatten Preise pro Megabyte relativ stark gefallen. Daraus könnte man schließen, dass die Verbraucher sich stärker als vorher an den Preisen orientiert haben.

Im OECD Wirtschaftsausblick 1992 heißt es für diesen Zeitraum unter anderem sinngemäß, dass die privaten Haushalte mehr für Gebühren im Gesundheits- und Bildungsbereich aufwenden müssen und ein stärkeres Vorsorgesparen für die Altersversorgung nötig wird, während die Einnahmen der Haushaltskassen kaum steigen. Wer weniger Geld zur Verfügung hat, der schaut auch bei den Festplattenpreisen lieber zweimal hin.

Was hat sonst noch so Einfluss auf die Festplatten-Preisentwicklung?

Während die Weltwirtschaft globalen Einfluss auf die Festplattenpreise hat, können sich auch regionale Ereignisse auf deren Kosten auswirken. So kam es im Herbst 2011 zu einer Flutkatastrophe in Thailand, bei der auch die Produktionsstätten von einigen Festplattenherstellern und deren Zulieferern in Mitleidenschaft gezogen wurden.
Das wohl bekannteste Opfer darunter war Western Digital. Die konnten aufgrund der Produktionsausfälle nicht mehr wie gewohnt liefern, sodass es zu einer Verknappung der Ware kam. Dadurch stiegen die Festplatten Preise innerhalb eines Monats um mehr als 100 %. Es dauerte nahezu zwei Jahre, bis sich die Preisentwicklung wieder dem vorherigen Niveau annäherte.

Was genau lässt die Festplattenpreise sinken?

Herstellungsprozess, Rohstoffpreise, Löhne und Gehälter der Angestellten, Energiekosten und und und – auf die Festplattenpreisentwicklung haben viele Rahmenbedingungen einen entscheidenden Einfluss. Natürlich sind Angebot und Nachfrage hier immer ein ausschlaggebender Faktor. So befürchten die Festplattenhersteller einen weiteren Rückgang der Verkaufszahlen. Dieser Trend zeichnete sich schon seit einigen Jahren ab.

Da die Entwicklung derzeit in Richtung Smartphones und Tablets sowie ultradünner Notebooks geht, ist eine Umstellung auf andere Speichersysteme absehbar. Inzwischen kann man vergleichbar große Datenmengen beispielsweise mittels USB-Sticks transportieren. Eine weitere Tendenz der Verbraucher nimmt Kurs auf die Cloud. Hier kann man seine Daten bequem auf dem Server seines Dienstleisters ablegen und von jedem Ort der Welt per Internetverbindung darauf zugreifen.

Vor- und Nachteile des Vergleichs der Festplattespreise

  • spart bares Geld
  • bei ausreichend Platz können Sie so vielleicht sogar zwei Festplatten erwerben
  • zeitaufwändig

Werden die Festplatten aussterben?

So rigoros sollte man diese Frage sicher nicht stellen. Auf jeden Fall wird sich einiges in den nächsten Jahren auf dem Festplattenmarkt tun. Die Branche muss die Zeichen der Zeit erkennen und danach handeln. Den Verbraucher wird es freuen, wenn die Festplattenpreisentwicklung nach unten geht. Es gibt vor allen in den Ländern der Dritten Welt noch viele Menschen, die über keinen Computer verfügen. Mit einem steigenden Wirtschaftswachstum in diesen Regionen wird auch die Nachfrage nach moderner Technik zunehmen.

Die weltweite Kommunikation und der Zugang zu einer breiten Palette von Netzwerk-Anwendungen werden steigen. Dabei geht der Trend zu kleinen Geräten, die immer mehr können und stets benutzerfreundlicher gestaltet werden. Das wäre ein guter Markt für miniaturisierte Festplatten und ein passendes Einsatzgebiet für die SSD. Während der Höhenflug der traditionellen Festplatte sicher seinen Zenit überschritten hat, kann sich der Käufer voraussichtlich an moderate Festplattenpreise gewöhnen.

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