Festplatte formatieren und Datenrettung nach Formatierung

Transcend FestplattenDie Festplatte zu formatieren kann in vielen Fällen eine hilfreiche Vorgehensweise sein, insbesondere dann, wenn die externe Festplatte unter verschiedenen Betriebssystemen oder sogar an der Spielekonsole genutzt werden soll. Bevor man das Formatieren jedoch angeht, sollte man zunächst einige grundlegende Dinge wissen. Wir klären über diese Grundlagen auf, erklären, wie man die Festplatte nach den drei gängigen Formaten formatiert – und geben auch Tipps an die Hand, mit denen sich bereits formatierte Festplatten retten lassen.

Grundlagen 1: Datensicherung vor der Formatierung

Festplatte formatieren und Datenrettung nach FormatierungWenn man die externe Festplatte formatieren möchte, sollte man sich im Klaren darüber sein, dass mit diesem Prozess auch gespeicherte Daten verloren gehen. Sie werden dabei nicht per Se gelöscht, allerdings wird das Inhaltsverzeichnis von der Festplatte entfernt, so dass erst einmal nicht mehr auf die Daten zugegriffen werden kann. Ehe man die externe Festplatte also formatiert, sollte man zunächst alle Daten sichern, zum Beispiel auf einer weiteren Festplatte.

Soll das Modell nach dem Formatieren verkauft werden, empfiehlt es sich, nach dem Formatieren weitere Schritte einzuleiten, damit die zuvor darauf enthaltenen Daten nicht von Unbefugten wiederhergestellt werden können. Wie man vorgeht, wenn man eigene Daten vor der Formatierung nicht gesichert hat, erfährt man im weiteren Verlauf des Artikels unter dem Punkt „Datenrettung nach Formatierung“.

Grundlagen 2: Die Formate

Zudem sollte man vor der Formatierung wissen, welches Format für welches Betriebssystem geeignet ist und welche Vor- und Nachteile es birgt. Die drei wichtigsten Formate in der Übersicht:

Format Hinweise
FAT32  FAT32 ist ein sehr vielseitiges Format, das sowohl unter Windows und Mac als auch unter anderen Betriebssystemen (z.B. Linux) läuft. Zudem ist das Format auch zu den Spielekonsolen, wie etwa Playstation und Xbox, kompatibel. Allerdings kann das Format nur Dateien verarbeiten, die maximal 4 GB groß sein – somit ist es nicht unbedingt für Filmfans geeignet. Unter Windows und FAT32 kann man allerdings in der Regel keine externen Festplatten formatieren, die größer als 32 GB sind.
NTFS  NTFS wird unter Windows betrieben und liest/schreibt etwas schneller als Festplatten, die nach FAT32 formatiert wurden.
NTFS 2.x  Im Unterschied zu FAT32 und in Ergänzung zu NTFS 1.x ist NTFS 2.x dazu in der Lage, eine Datenverschlüsselung vorzunehmen, die allerdings nur auf Dateiebene umgesetzt werden kann.
HFS+  Unter diesem Format werden Festplatten an Rechner angeschlossen, die unter Mac OS arbeiten. Wer regelmäßig sowohl an Macs als auch an PCs arbeiten möchte, für den empfiehlt sich eine Formatierung der externen Festplatte mit unterschiedlichen Partitionen. Ist der Arbeitsanteil am Mac höher, sollte die HFS+ Partition größer ausfallen als die unter FAT32 und NTFS. Alternativ kann dann aber auch eine Festplatte eingesetzt werden, die nach FAT32 formatiert wurde.

Die externe Festplatte formatieren – so geht’s:

I. Für Windows-Rechner (2 Partitionen: NTFS + FAT32)

  1. Zu formatierende Festplatte an den Rechner anschließen
  2. Gegebenenfalls Daten der externen Platte auf einem anderen Speichermedium sichern
  3. Systemsteuerung öffnen
  4. Menüpunkt „Verwaltung“ anklicken
  5. Menüpunkt „Computerverwaltung“ öffnen
  6. Links im Menü die „Datenträgerverwaltung“ auswählen, rechts erscheint ein neues Feld, in dem die externe Festplatte gelistet wird. Die Festplatte mit der rechten Maustaste anklicken und den Befehl „Volume verkleinern“ anklicken.
  7. Eintragen, um wieviel MB (!) diese Partition verkleinert werden soll – das ist der Anteil, den später die FAT32-Partition einnehmen wird, die also von verschiedenen Systemen (auch Receiver, Konsolen, etc.) genutzt werden kann
  8. Es wurde ein zweiter Speicherbereich erstellt, der noch nicht zugeordnet wurde. Diesen mit der rechten Maustaste anklicken und den Befehl „Neues einfaches Volume“ auswählen.
  9. Das neue Volume wurde erstellt, jetzt öffnet sich ein Einrichtungsassistent, hier auf „Weiter“ klicken und den entsprechenden Anweisungen folgen
  10. Es erscheint ein Fenster zu „Partition formatieren“ – vorläufig muss hier NTFS als System festgelegt werden -> auf „Weiter“ klicken
  11. Zunächst bestehen jetzt zwei NTFS-Partitionen
  12. Wird die Festplatte erneut an den Rechner angeschlossen, erscheinen nun auf dieser Festplatte zwei Laufwerkbuchstaben.
  13. Um die (kleinere) NTFS-Partition nach FAT32 zu formatieren, ist ein Programm notwendig (z.B. FAT32Formatter zum Gratis-Download)
  14. Programm starten und unter „Physical“ die externe Festplatte auswählen
  15. „Start“ klicken (im Programm), gegebenenfalls von das Laufwerk zuerst initialisiert werden („initialize drive“)
  16. Die Formatierung startet und wird binnen einiger Minuten durchgeführt

II. Für Windows-Rechner (FAT32, Festplatte mit mehr als 32 GB Speicherplatz)

  1. Die Schritte 1-5 aus Punkt 1. (siehe oben) wiederholen
  2. Links im Menü die „Datenträgerverwaltung“ auswählen, rechts erscheint ein neues Feld, dort die externe Festplatte auswählen und „Formatieren“ anklicken
  3. Festplatte benennen
  4. NTFS als Dateisystem wählen (vorläufig)
  5. „Schnellformatierung“ auswählen und „OK“ klicken
  6. Auch hier muss wieder ein Programm, wie etwa der FAT32Formatter, zum Einsatz kommen. Programm starten, unter „Physical“ die externe Festplatte auswählen, gegebenenfalls Laufwerk initialisieren („initialize drive“) und „Start“ klicken
  7. Die FAT32-Formatierung wird gestartet und kann einige Minuten in Anspruch nehmen.

III. Für Apple-Rechner (HFS+ & NTFS)

  1. Die Schritte 1 & 2 der oben beschriebenen Anleitungen durchführen
  2. „Programme“ auswählen
  3. „Dienstprogramme“ auswählen
  4. „Festplattendienstprogramm“ auswählen
  5. Links im Menü die externe Festplatte auswählen
  6. Im rechten Menü oben „Partitionieren“ auswählen
  7. In Drop-Down-Menü „Aktuell“ die Zahl der Partitionen festlegen (z.B. 2 Partitionen für HFS+- & NTFS-Partition oder 3 für HSF+, NTFS- und FAT32-Partition)
  8. Die erste Partition wird rechts als „Mac OS Extended (Journaled) bestimmt, sie wird die HFS+-Partition, die zweite wird später die die NTFS-Partition, die dritte gegebenenfalls eine FAT32-Partition
  9. ACHTUNG: Mac OS X unterstützt NTFS nicht, daher muss die zweite Partition zunächst in FAT32 formatiert werden („MS-DOS-Dateisystem (FAT)“ auswählen). Nach der Formatierung kann die Festplatte an einen Windows-Rechner angehängt werden, dort wird sie mit Rechtsklick und „Formatieren“ ganz leicht nach NTFS formatiert
  10. Abschließend muss das Partitionsschema ausgewählt werden, hier muss unbedingt auf „Master Boot Record“ geklickt werden, damit auch Windows die formatierte Festplatte später erkennen kann. „Ok“ klicken nicht vergessen.
  11. Zum Abschluss im Festplattendienstmenü auf „Anwenden“ klicken – die Partitionen werden erstellt.

Vor- und Nachteile des Formatierens von Festplaten

  • oftmals mit den hauseigenen Programmen der Betriebssysteme möglich
  • Schutz Ihrer persönlichen Daten
  • mehrfach Überschreiben möglich
  • fast automatischer Ablauf
  • wirkt auf Laien manchmal kompliziert

Datenrettung nach Formatierung

Wurde eine externe Festplatte versehentlich formatiert, sind die Daten nicht tatsächlich gelöscht. Allerdings wurden Dateipfade und Ähnliches entfernt, so dass der Computer die Daten auf der Platte nicht mehr finden, bzw. auf sie zugreifen kann. Dennoch besteht Hoffnung darauf, die formatierte Festplatte zu retten, bzw. die zuvor darauf enthaltenen Daten. Die Wahrscheinlichkeit der erfolgreichen Datenrettung nach Formatierung steigt übrigens dann an, wenn noch keine neuen Dateien auf dem Laufwerk gespeichert worden sind, neue Dateien nehmen nämlich den Speicherplatz der alten ein und überschrieben diese sozusagen. In einem solchen Fall ist es möglich, dass nicht mehr alle alten Daten wiederhergestellt werden können.

Tipp! Zur Datenrettung nach Formatierung empfiehlt sich das Nutzen sogenannter Recovery-Software. Einige solcher Recovery Programme sind kostenlos, noch zuverlässiger funktionieren in der Regel jedoch kostenpflichtig. Gegebenenfalls kann ein kostenloses Programm zunächst eingeschätzt werden – mit etwas Glück kann man die formatierte Festplatte so retten.

Wichtig ist es, das jeweilige Programm nicht auf der externen Festplatte zu installieren – schlimmstenfalls werden sonst die alten Daten überschrieben, die eigentlich wiederhergestellt werden sollten. Nach der Installation des Programms wird dieses geöffnet, in diesem Programm wird die externe Festplatte/die Partition ausgewählt, die wiederhergestellt werden soll.

Die Software sucht zuerst nach den gelöschten Daten, dieser Vorgang kann einige Zeit in Anspruch nehmen. Ist die Suche abgeschlossen, können die gefundenen Dateien wiederhergestellt werden. Gegebenenfalls handelt es sich dabei nicht um alle versehentlich gelöschten Daten (durch die Formatierung der Festplatte), einige Programme bieten auch die Möglichkeit, einzelne Daten testweise zu öffnen, ehe alle wieder hergestellt werden. Die wiederhergestellten Dateien werden von den meisten Programmen allerdings nicht auf der externen Festplatte gespeichert, sondern in einem internen Laufwerk des Computers, von dort können sie später auf die Festplatte zurück übertragen werden.

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